Familienberatung Nina Schmidt
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orientierung am Nervensystem bei der  Eingewöhnung in der Kita

14/8/2026

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Schon wieder eine neue Variante zur Eingewöhnung?
Nein, es ist keine neue Variante. Die langsame Eingewöhnung in die Kita, wie sie aktuell praktiziert wird, ist super und orientiert sich an den Bedürfnissen der Kinder. Wichtig ist hier aber auch, dass sich alle Beteiligten sicher fühlen müssen, wenn es zur ersten Trennungssituation kommt: Das Kind an erster Stelle, aber auch die Eltern und auch die päd. Fachkräfte.
Wenn das menschliche Nervensystem und sein Bedürfnis nach Sicherheit mit einbezogen wird, kann das ein wichtiger unterstützender Faktor sein, damit die Eingewöhnung gut gelingt.
Wie beschrieben strebt unser Nervensystem immer nach Sicherheit, denn es ist seine Aufgabe unser Überleben zu sichern. Gerade bei jüngeren Kindern schlägt es schnell Alarm, wenn die vertraute Bezugsperson und die vertraute Umgebung wegfallen. Neben der schrittweisen Eingewöhnung, kann man das Nervensystem mit ein paar leicht umzusetzenden Ideen helfen sich schneller sicher zu fühlen:
- In den ersten Tagen und Wochen nur wenige Lieder und Fingerspiele einführen und diese an die Eltern weitergeben (sie sind ja beim Singen dabei und brauchen somit nur noch den Text;) Die Lieder und Spiele können dann zu Hause im Alltag immer mal wieder eingebaut werden. Das schafft das Gefühl von Vertrautem.
- Mit vertrauten Gerüchen arbeiten: So wie die Kinder ein vertrautes Kuscheltier oder Kuscheltuch mit zum schlafen in die Kita nehmen, um einen vertrauten Geruch zu haben, können die Kinder auch vorab an den Geruch der Wäsche aus der Kita gewöhnt werden. Kleine Tücher, etwa in Handtuchform, die nach dem Waschmittel der Kita riechen, können an die Familien ausgeliehen werden, deren Kinder bald das erste Mal den Mittagsschlaf in der Kita ausprobieren. So kann der neue, fremde Geruch der Kitawäsche beim Mittagsschlaf in der vertrauten Umgebung wahrgenommen werden. Gerade neurodivergente Kinder, die sehr sensible Sinne haben, können von dieser Variante profitieren. 
- Den Zustand der Nervensysteme aller Beteiligten  im Blick behalten.

Beim Kind: Eine neue Umgebung beinhaltet automatisch viele neue Reize. Neue Gerüche, Spielsachen, Geräusche durch die anderen Kinder usw. Dazu kommt noch die Interaktion mit den neuen Bezugspersonen und auch hier der Scan des Nervensystems mit der Frage: Bin ich bei dieser Person sicher? Kann sie mich beschützen, wenn es darauf ankommt? 
​
Bei den Eltern: Das eigene Kind in einer neuen Umgebung bei fremden Personen für eine gewisse Zeit in Obhut zu geben, bedeutet für viele Eltern Stress. Gerade bei sehr jungen Kindern ist unser inneres Elternsystem nicht darauf ausgelegt, dass sich Eltern und Kind früh trennen (müssen). Wenn dieser eigene Stress zu groß wird, überträgt sich der auf das Kind und es kann sich nicht entspannt in der neuen Umgebung bewegen, da es den Stress /den Alarm der Erwachsenen spürt. Für die Eltern kann es schon sehr entlasten und mitunter den Alarm beenden, wenn sie ihre Sorgen und Bedenken mitteilen. Aber auch die Gefühle, die sie gerade bewegen. (Ich erlebe immer wieder Eltern, die ihr Kind noch nicht in die Kita geben möchten, sich aber aufgrund der wirtschaftlichen Lage dazu gezwungen fühlen). Manchmal hilft es sich den päd. Fachkräften mitzuteilen und manchmal braucht es auch professionelle Hilfe (und das ist okay und ein Zeichen von Stärke an sich zu arbeiten, um das eigene Kind gut begleiten zu können).

Den päd. Fachkräften: Eine Eingewöhnungsphase ist auch für die päd. Fachkräfte oft sehr stressig (ich empfand es in meiner aktiven Zeit als Erzieherin immer so, da ich das Gefühl hatte an vielen Stellen gleichzeitig sein zu wollen). Manchmal gibt es Momente, in denen der Stress überhand nimmt und eine weitere Aufgabe, wie genau in dem Moment in Interaktion mit einem neuen Kind zu gehen, keinen Sinn macht. Dann kann es hilfreich sein, wenn dies den Eltern mitgeteilt wird. "Ich habe gerade einen stressigen Moment erlebt und um ihr Kind gut begleiten zu können, brauche ich einen Moment." Manchmal reichen schon 2-3 tiefe Atemzüge, ein kalter Schluck Wasser oder warmer Kaffee, um runterzufahren und sich dann dem Kind zu widmen.
​Ein Nervensystem im "grünen Bereich" kann Sicherheit vermitteln und das ist es, was das kindliche Nervensystem in Trennungsphasen am meisten braucht!

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    Hallo, ich bin Nina und ich schreibe in diesem Blog zu den Themen Trennungsängsten, Kinderängsten und Trauma.

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