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"Schreien lassen stärkt die Lunge!"- Ist das so?

3/2/2026

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"Lass dein Kind doch einfach mal schreien, das stärkt seine Lungen!" oder "Du verwöhnst dein Kind viel zu sehr, wenn du es nicht einfach auch mal schreien lässt!"
Sätze wie diese und noch weitere gut gemeinte Ideen hören sich viele junge Mütter in der heutigen Zeit an. Es ist ein Thema, dass viele Frauen in Gesprächen mit Müttern, Schwiegermüttern usw. bewegt und das große Unsicherheit auslöst.
Die Frage, ob das Kind zu sehr verwöhnt wird und ob dies Auswirkungen auf das spätere Leben hat, steht dabei oft weniger im Raum, sondern das Gefühl sich rechtfertigen zu müssen, dass das Kind nicht einfach schreien gelassen wird. 
Und aus Sicht des Nervensystems ist das auch keine gute Idee, wie der heutige Wissensstand zeigt.
Was passiert mit einem kindlichen Nervensystem, wenn das Kind schreien gelassen wird?
Unser Nervensystem ist darauf ausgelegt immer für unsere Sicherheit zu sorgen. Ohne, dass wir es bemerken, scannt es unsere Umgebung und unseren Körper ab und schaut so, ob alles in Ordnung ist und keine Gefahr droht. Wenn Gefahr droht, dann reagiert unser System bevorzugt mit Kampf oder Flucht. Diese beiden Mechanismen stehen Säuglingen und Kleinkindern nicht oder nur unzureichend zur Verfügung. Sie sind darauf angewiesen, dass eine erwachsene Person ihr Weinen und die drohende Gefahr wahrnimmt (Hunger kann  z.B. auch eine Gefahr sein, denn ohne Nahrung stirbt das Kind)und diese beseitigt. Schreit das Kind und schreit und schreit, ohne das Jemand reagiert, dann schaltet das Nervensystem in den nächsten Modus. Erstarren. Aus einem kraftvollen Weinen wird mitunter ein leises Wimmern. Wenn dann auch keine Hilfe kommt, dann bleibt dem Nervensystem nur noch die letzte Option: Sich tot stellen. In diesem Moment sagt das Nervensystem, dass die Gefahr so groß ist und keine Hilfe kommt und es besser ist, sich von der Welt abzuschalten, um sich zu schützen. Betroffene Kinder liegen dann im Bett und scheinen ganz ruhig oder auch zu schlafen. Sie sind aber nicht ruhig, denn die aufgestaute Energie, die sich durch die fehlende Hilfe aufgestaut hat, verbleibt im Körper und es kann eine traumatische Erfahrung sein, wenn Kinder wiederholt oder über einen längeren Zeitraum schreien gelassen werden. Auch kann sich daraus das Gefühl der sogenannten erlernten Hilflosigkeit entwickeln, deren Folgen noch bis ins Erwachsenenalter reichen können. Das Gefühl der erlernten Hilflosigkeit beschreibt das Gefühl alles alleine schaffen zu müssen und keine Hilfe erwarten zu können oder zu bekommen. Viele Erwachsene kennen dieses Gefühl und die Ursache kann in der Kindheit liegen.
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    Hallo, ich bin Nina und ich schreibe in diesem Blog zu den Thema Trauma, dysfunktionalen Familiensystemen, Traumaprävention.

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