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Zugegeben ein Blogbeitrag zu diesem Thema könnte Seiten füllen. Es ist ein großes Thema, bei dem viele Dinge eine Rolle spielen und doch möchte ich diesem Thema einen Post widmen. Warum? Vielen Kindern wir bei diesem Thema Unrecht getan. Es wird ihnen, oft aus Unwissenheit, unterstellt, dass sie ständige Wutausbrüche nutzen, um ihren Willen durchzusetzen. Und ja, gerade in der autonomen Phase bekommen Kinder klassische Wutanfälle. Trotz "Nein" der Eltern versuchen sie ihren Willen durchzusetzen und machen Dinge "trotz- dem". Wird dann ihr Wunsch oder ihr Bedürfnis erfüllt (manchen Kinder werden wütend, weil ihr Bedürfnis gesehen zu werden nicht erfüllt wird usw.), endet die Wut und das Kind geht zufrieden seinen Weg weiter.
Eine Reaktion des Nervensystems durch Überlastung sieht auch nach Wut aus. Betroffene Kinder verlassen den Bereich des Nervensystems, in dem sie sich wohlfühlen, kooperieren und lernen können, weil es einfach zu viel ist. Stellen Sie sich eine Sprudelflasche vor, die immer wieder leicht geschüttelt wird. Irgendwann zeigt sich der Druck und die Flüssigkeit schießt wie eine Fontäne aus der Flasche heraus. Ähnlich ist ist das bei den Kindern auch: Sie halten dem Druck, den vielen Reizen nicht mehr Stand und explodieren. Manchmal mag es für Außenstehende aussehen, als käme diese Reaktion aus dem Nichts. In Wahrheit ist es aber ein komplexer Ablauf, der einzig und allein dafür gedacht ist, für unser Überleben zu sorgen. Ist dann das Maß überschritten und das Nervensystem zeigt seine Überlastung, kommen oft Reaktionen wie Wut, Aggressionen, eine Fluchttendenz mit oder ohne Verweigerung oder das Erstarren zum Tragen. Diese Reaktion braucht Zeit und ein ruhiges Gegenüber, dass dem kindlichen Nervensystem signalisiert, dass alles in Ordnung ist und es sich in Sicherheit befindet. Dieser Prozess braucht Zeit und Co- Regulation. Während ein klassischer Wutanfall relativ bewusst gesteuert werden kann, frei nach dem Motto: " Das Eis, das hole ich mir jetzt, das werdet ihr schon sehen" , ist diese Reaktion des Nervensystems eine, die ohne willentliche Beeinflussung passiert und denen auch das Kind hilflos ausgeliefert ist, denn diese Reaktion kostet extrem viel Kraft und kann mitunter auch im Nachhinein Unbehagen hervorrufen.
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AuthorHallo, ich bin Nina und ich schreibe in diesem Blog zu den Thema Trauma, dysfunktionalen Familiensystemen, Traumaprävention. Archives
March 2026
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