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Der "stille Stuhl", Auszeiten in einem anderen Raum als Erziehungsmaßnahmen

26/1/2026

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Immer wieder begegnet er mir, in Beratungen, auf Vorträgen oder in meinen Seminaren: Der "stille Stuhl". Der "stille Stuhl" und auch "die stille Treppe" wurden maßgeblich durch eine Fernsehsendung zum Thema Erziehung in den 90-er Jahren bekannt. Kindern, deren Verhalten als unpassend angesehen wurde und das die Eltern des Kindes an den Rand der Verzweiflung trieben, wurden an diesen stillen Ort gesetzt. Es steckte der Gedanke dahinter, dass Kind dazu zu befähigen nachzudenken, dass eigene Verhalten zu reflektieren und zum "runter zu fahren". 
Diese Gedanken  oder auch das Gefühl tiefer Hilflosigkeit, stecken auch heute noch oft dahinter, wenn Kinder diese Form der "Auszeiten" erfahren.
Was passiert bei dieser Methode? Erstmal hat jedes Verhalten eines Kindes einen guten Grund. Und jedes Kind handelt in dem aktuellen Moment so gut, wie es ihm möglich ist. Wenn Kinder "auffälliges" Verhalten zeigen, steckt dort auch immer ein guter Grund dahinter: Das Kind ist müde und kann nicht mehr kooperieren, es möchte seine Autonomie testen oder es versucht sich selbst zu regulieren, da es überfordert ist.  Ein Kind mit einem überforderten Nervensystem ist oft sehr unruhig, macht viel Quatsch, ist weinerlich oder wütend. Alles Zeichen, dass das Nervensystem am Anschlag ist oder schon darüber hinaus. Setze ich dieses Kind dann auf einen Stuhl, kann sich sein Verhalten gar nicht ändern, da weitere Stressoren dazu kommen: Der Stress still sitzen zu bleiben, die Ausgrenzung innerhalb der Familie oder der Gruppe, frei nach dem Motto "alle sehen, dass du dich daneben benommen hast", was mit großer Scham verbunden ist. Je nachdem, wo sich das Kind befindet, kann es zu einem Kontaktabbruch kommen. Das Kind sitzt auf dem Flur und die erwachsene Bezugsperson, die so wichtig für die Regulation des Nervensystems ist, verschwindet. Das Kind kann in diesen Momenten große Verzweiflung erfahren oder weiter rebellieren, da es die Regulation eines Erwachsenen braucht, damit es ihm besser gehen kann. Das wichtigste, dass Kinder in schwierigen Lebenssituation brauchen, ist die Anwesenheit einer Bezugsperson, die erkennen kann, dass jedem Verhalten ein guter Grund zugrunde liegt und sanft Co- regulieren kann.
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    Hallo, ich bin Nina und ich schreibe in diesem Blog zu den Thema Trauma, dysfunktionalen Familiensystemen, Traumaprävention.

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