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In den letzten Wochen hatte ich viele Gespräche zum Thema: Kinder, die auf einen Platz in der Kinder- und Jugendpsychiatrie warten oder auf einen Platz in einer psychiatrischen Praxis. Es waren mehrere Kinder dabei, die noch keine vier Jahre alt waren. Und auch, wenn ich diese Thematik öfter höre, muss ich ehrlicherweise jedes Mal schlucken. Die Kinder sind noch so jung, stecken mitten in ihrer Entwicklung und gelten als so auffällig, dass eine Alternative zur psychiatrischen Begleitung als scheinbar unmöglich angesehen wird.
Einige dieser Kinder habe ich kennengelernt und im Alltag erlebt. Einige von ihnen hatten den Verdacht, dass sie in den Bereich der Neurodivergenz fallen könnten (was in diesem Alter je nach Neurodivergenz schwer festzustellen ist). Eines hatten aber alle diese Kinder gemeinsam: Stress! Die Kinder waren gestresst. Die Ursachen für diesen Stress waren unterschiedlich und summierten sich häufig. Stress in der Familie, wechselnde Bezugspersonen in der Kita, zu viele Reize in ihrem Umfeld, fehlende Möglichkeiten für Ruhe, Regeneration und manchmal auch fehlendes Wissen um Regulation. Bei einigen der Kindern, die ich kennenlernen durfte, war ich erstaunt, wie lange sie trotz des Stresses noch versucht haben zu kooperieren und wie sehr sie sich bemüht haben, bis es einfach nicht mehr ging. Bis das Fass einfach überlief und sich der Stress entladen konnte. Ich würde mir wünschen, dass das Wissen über die Funktionsweise des Nervensystems in allen Familien, Kitas, Schulen usw. verbreitet werden kann. Das Orte und Räume geschaffen werden, an denen regulierte Erwachsene Kinder begleiten können, die Regulation brauchen. Als ich gerade diesen Blogeintrag schreibe, scheint draußen die Frühlingssonne, die Vögel zwitschern und es wird langsam wärmer. Eine super Möglichkeit das Nervensystem runterzufahren und sich zu entspannen ist sich kurz Zeit sich in der Natur zu nehmen. Sich mit den Kindern auf den Boden zu legen oder zu setzen (oder auch alleine) und den Kontakt mit dem Boden einfach wahrzunehmen, um danach die Dinge im Umfeld wahrzunehmen. Was hörst du gerade? Was kannst du sehen, wenn du deinen Blick langsam schweifen lässt? Lasst es Euch von Euren Kindern erzählen, tauscht Euch aus. Nur 5 Minuten vielleicht. Aber in diesen 5 Minuten schafft ihr noch einen weiteren Punkt, der bei der Regulation unterstützt: Verbundenheit. Verbundenheit durch gemeinsames Erleben und Erzählen. Habt viel Freude dabei.
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AuthorHallo, ich bin Nina und ich schreibe in diesem Blog zu den Thema Trauma, dysfunktionalen Familiensystemen, Traumaprävention. Archives
March 2026
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