|
Wenn Kinder unter Trennungsängsten leiden, denken die meisten Menschen an Situationen, in denen sich das Kind räumlich von einem oder beiden Elternteilen trennen muss. Ein klassisches Beispiel ist der Start in die Kita mit der Eingewöhnungsphase. Kind und Eltern bereiten sich langsam und unter Begleitung auf Momente der Trennung vor, bis sich das Kind so weit an die neuen Bezugspersonen und die Umgebung gewöhnt hat, dass es alleine in der Kita bleiben kann.
Ein weiterer Punkt, der bei Trennungsängsten eine große Rolle spielen kann, sind psychische Gründe. Das Kind zeigt Verhalten wie Anklammern oder Vermeiden oder Panik, da es versucht eine emotionale Trennung von den Eltern zu vermeiden. Es befindet sich auf der Suche nach Nähe, Verbundenheit und Zugewandtheit ist. Es hat zum Beispiel das Gefühl nicht "gesehen" oder nicht "angenommen" zu werden. Es kann das Gefühl haben, dass andere Geschwisterkinder oder die Arbeit der Eltern bevorzugt werden und die eigenen Bedürfnisse nach Nähe nicht ausreichend gesehen werden. Gerade bei neurodivergenten Kindern erlebe ich diese Gründe in meinen Beratungen immer wieder. Diese Kinder spüren, dass sie "irgendwie anders" sind, als zum Beispiel ihre Geschwister und die Eltern (auch wenn die meisten Formen der Neurodivergenz vererbt werden und auch ein Elternteil betroffen sein könnte) und durch dieses "anders sein" fühlen sie sich nicht zugehörig und haben das Gefühl von Trennung. Diese psychischen Gründe für Trennungsängste sind nach außen nicht immer direkt ersichtlich und es braucht viel Feingefühl um sie mit dem Kind und den Eltern herauszufinden. Das Verhalten betroffener Kinder unterscheidet sich nicht, von dem der Kinder, die vor der räumlichen Trennung Angst haben: Anklammern, Weinen, Vermeidungsverhalten oder Wut. Die Gründe sind allerdings andere und brauchen eine andere Begleitung. Das Thema "anders sein" und sich "nicht zugehörig" fühlen betrifft viele neurodivergente Kinder in Kitas oder in der Schule. Auch hier spüren sie, dass sie sich vom Großteil der anderen Kinder unterscheiden. Es gibt viele sehr zugewandte päd. Fachkräfte und Lehrer*innen, die die Kinder mit ihren besonderen Eigenschaften sehen, sie fördern und versuchen bestmöglich in den Gruppenverband zu integrieren. Leider ist das nicht immer der Fall, so wie es in den Familien leider auch nicht immer der Fall ist. Wenn dies nicht gelingt und das Kind noch Opfer von Mobbing wird und fehlenden Schutz erfährt, liegen die Gründe für die Verweigerung auf der Hand. Niemand möchte an einen Ort, an dem er nicht das Gefühl von Sicherheit, Verbundenheit und Annahme erfährt. Die Kinder verweigern sich und versuchen alles, um zu Hause zu bleiben. Sich der Situation nicht aussetzen zu müssen. In diesen Fällen gilt es das Selbstwertgefühl des Kindes aufzubauen, die psychischen Gründe für die Trennungsangst zu beheben und mit allen Beteiligten zusammenzuarbeiten.
0 Comments
Leave a Reply. |
AuthorHallo, ich bin Nina und ich schreibe in diesem Blog zu den Themen Trennungsängsten, Kinderängsten und Trauma. Archives
August 2026
Categories |
RSS Feed